IAK 2018

Titelthema der IA Konferenz 2018: Prototyping Experiences

In den vergangenen Jahren sind Customer Experience und User Experience zu neuen unternehmensstrategischen Kernthemen aufgestiegen. Das Versprechen lautet in etwa: Biete dem Nutzer/Kunden ein begeisterndes Nutzungserlebnis, und er wird es dem Unternehmen in Form von erhöhtem Umsatz danken. 

In gleichem Maße, wie sich Unternehmensberatungen UX-Studios einverleiben, steigt der Erwartungsdruck, dass die Resultate der optimierten User Experience sich in meß- und zählbaren Ergebnissen zeigt – und dies in möglichst kurzer Zeit.

Damit verschlingen sich quantitative und qualitative Denkweisen zu einem neuen Feld, in dem Business-Strategen, die Design als Umsatzfaktor einspannen möchten, zunehmend die Feder führen. Designer mit einem eher idealistischen Mindset, die in einer nutzerzentrierten Produktentwicklung auch einen kulturellen Mehrwert sehen und weniger blankes Gewinnstreben im Blick haben, hinterlässt dieses Feld mitunter ziemlich irritiert. Denn Unternehmensberatungen, die vormals bekannt dafür waren, den Rotstift konsequent an kurzfristig unprofitablen Bereichen anzusetzen, und entsprechende Abteilungen und deren Ideen ungeachtet ihres möglicherweise schlummernden Potentials zu liquidieren, stellen sich heute als Design Thinker der ersten Stunde dar, als Mentoren und Kümmerer der zarten Pflanze “Experience Innovation”. Zugespitzt könnte man sagen, dass die Wirkung des neuen Paradigmas – “Experience ist the Business” – so mächtig ist, dass sich zahlengläubige Controller schon mal in empathische Experience Designer verwandeln. 

Doch wie auch immer man zu Weltverbesserung oder Gewinnstreben stehen mag - gleichgültig aus welchen Motiven sich die Bemühungen des Experience Design speisen, am Ende des Tages gilt das eherne Gesetz: VOR DEM NUTZER SIND ALLE GLEICH …

Ganz nüchtern stellt sich deshalb die Frage: Wie lässt sich vorab entscheiden, ob die Bemühungen des Experience Design tatsächlich zu einem begeisternden Nutzungserlebnis führen? Und zahlt dieses Erlebnis eigentlich auf den Charakter des Produkts bzw. der Marke ein? 

Experience Prototyping spielt dabei eine Schlüsselrolle, um User Flows vorab erlebbar zu machen und eine Grundlage für entsprechenden qualitativen User Research zu schaffen. Doch wie sollten solche Prototypen beschaffen sein? Was sollten Sie umfassen? Mit welchen Technologien können sie erstellt werden? Welche Tools eignen sich für welchen Zweck? Welche Workflows haben sich bewährt? Welches Research Setup ist für welchen Zweck geeignet, und welche Eigenschaften muss der Prototyp entsprechend aufweisen? Welche Rolle spielen Low-Fi-, welche Rolle  Hi-Fi-Prototypen? Oder ist es sogar denkbar, auf Prototypen ganz zu verzichten?

Die IA Konferenz 2018 beleuchtet Fragen zur Erstellung von Test-Artefakten wie Prototypen und Mock-ups und stellt Fallstudien und Best Practices dazu vor, thematisiert aber auch grundsätzliche Fragestellungen zu Research-Methoden und deren Anwendungssituationen, ebenso wie zur Interpretation von Testergebnissen. Weitere, an das Research-Thema anschließende Facetten sind z.B. die Nutzung von Big Data fürs UX Design oder neuere Ansätze aus dem Bereich Predictive Research, z.B. zur Ermittlung kontextueller Relevanz. Daraus ergeben sich z.B. folgende Fragestellungen: Wie kann man auf unbewusste Nutzer-Bedürfnisse mit relevanten Daten eingehen? Wie findet man für definierte Nutzungsszenarien am einfachsten relevante User-Painpoints heraus? Was ist unter “Predictive UX” zu verstehen? Was sind Data Driven Personas, und wie können sie generiert werden? Wie kann Predictive Analytics effektiv eingesetzt werden? Wie können Konzepte, die auf Predictive Analytics beruhen, vorab vertestet werden? Wie sollten KPIs aufgesetzt werden, damit sie sowohl relevant als auch messbar sind?

Das Stichwort “Prototyping Experiences” bietet den Anstoß zu einer breiten Vielfalt von aktuellen Themen und Fragestellungen, die auf der IA Konferenz 2018 behandelt werden können.

Call for Participation

Der Call for Participation der IA-Konferenz 2017 fragt nach neuen Herausforderungen, denen sich UX Designer und Informationsarchitekten vor dem Stichwort “Prototyping Experiences” gegenübergestellt sehen.

Neben dem Titelthema “Prototyping Experience” stellt die IA Konferenz auch dieses Jahr wieder aktuelle Methoden, Fallstudien und best practices aus Informationsarchitektur und User Experience Design vor und bietet die Gelegenheit, diese zu diskutieren. Deshalb sind innerhalb des Call for Participation auch Beitragsvorschläge, die nicht direkt auf das Titelthema eingehen, die aber die Anwendung von grundlegenden Methoden aus der Praxis von Informationsarchitektur, Content Strategie und User Experience Design anhand von Fallbeispielen demonstrieren oder als Ideenvortrag neue Sichtweisen anbieten, ausdrücklich erwünscht.

Einreichung

Einreichungen können per E-Mail ausschließlich unter Verwendung des hier zum Download angebotenen Einreichungsformulars bis zum 6. März (verlängert) 2018 an cfp@iakonferenz.org gesendet werden.

Einreichungsformular (RTF-Datei, 10 KB)